Schutzgeschichte und Trägerschaft des Lifeprojektes

Schon seit jeher wurde im Gebiet Benningen der Purpur-Grasnelke (Armeria purpurea), im Volksmund "Riednelke" oder "Riednägele" besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Sagen und Legenden ranken sich um die Herkunft dieser Pflanze, deren Vorkommen gerade im Benninger Ried sich niemand erklären konnte (WUNDERER 1927). Das Gebiet wurde daher bereits im Jahr 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Welchen Stellenwert die Riednelke heute im Bewusstsein der Bevölkerung einnimmt, verdeutlicht die symbolische Darstellung der Art im neuen Gemeindewappen von Benningen.

Seit 1957 liegen fundierte Erhebungen der Vegetation für das Gebiet vor. Sie belegen, dass die für den Kalkquellsumpf typischen Pflanzengemeinschaften des Orchideen-Kopfbinsenmoors und des Schneidebinsenrieds in immer rasanterem Tempo durch Gehölze verdrängt werden.
Konkrete Schutzmaßnahmen zum Erhalt von Armeria purpurea wurden erstmals im Jahr 1991 durch die Aufnahme der Art in das Artenhilfsprogramm für endemische und stark bedrohte Pflanzenarten Bayerns des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz ermöglicht, das sich zum Ziel gesetzt hat, die letzten Wuchsorte solcher Pflanzensippen zu sichern und zu verbessern.
Mit der Meldung des NSG Benninger Ried für das Schutzgebietsnetz Natura 2000 der Europäischen Union und der damit möglichen finanziellen Förderung im Rahmen eines LIFE-Natur-Projekts (Projektstart: September 1996) bestand nun die Möglichkeit, diese Maßnahmen konkret zu verwirklichen. Ursprünglich auf eine Dauer von vier Jahren angelegt (1996-2000) wurde das Projekt nach Ablauf um weitere drei Jahre verlängert (bis 2003).
Für den gesamten Förderzeitraum steht ein Etat von 1.262.400,-- € zur Verfügung. 50 % der Kosten trägt die EU, der Rest verteilt sich auf die Projektträger (Bayerischer Naturschutzfonds 30 %, Stadt Memmingen 15 %, Landkreis Unterallgäu 5 %).